Samstag, 1. März 2014

Abflug, Ankunft, Peking, Xi’an

Heute gibt es einiges zu erzählen.
Aber ich beginne von vorne.
Als wir am Freitag in Frankfurt losgeflogen sind, gab es keine Probleme und der Flug war recht angenehm. Der Zwischenstopp in Shanghai war ein wenig kaotisch, aber wir wurden mit blauem Himmel empfangen und haben uns den Weg zum nächsten richtigen Abflugterminal erfragt. Auf dem Weg dorthin ist dem Benni sein Koffer begegnet und wir hatten schon die bedenken, dass alle Koffer irgendwie nicht richtig ankommen würden. Eine Service-Dame gefragt, stand fest, dass wir ihn dort auf dem Kofferband liegen lassen sollen, er würde schon in Peking ankommen.
Der Flug von Shanghai nach Peking war kurz und die meiste Zeit haben wir geschlafen, da es laut der Zeitverschiebung irgendwann Mitten in der Nacht für uns gewesen wäre, aber in Peking sind wir durch die Verschiebung morgens angekommen.
Dort wurden wir leider mit keinem blauen Himmel begrüßt, im Gegenteil! Erst im letzten Moment konnte man aus den Fenstern die Landebahn, bzw. den Flughafen sehen so sehr lag der Smog über Peking… Wir wussten ja alle, dass es den Smog gab, aber so schlimm hatten wir uns das nicht vorgestellt.  Später der nächste kleine Schock, alle Koffer – außer der von Benni waren da …
Nach kurzer Info hieß es, das der Koffer noch in Shanghai war und er mit dem nächsten Flieger ankommen würde und dann zum Hostel gebracht werden würde. Da wir alle zwei Gepäckstücke hatten, hatte er wenigstens ein paar Sachen zum Wechseln und es war nicht soooo schlimm.
Am Ausgang haben zwei Chinesen (Freunde von Eva) auf uns gewartet, die auch bei in Deutschland studieren und sehr gut Deutsch konnten. Sie haben uns bis zum Hostel gebracht und uns vor Ort noch ein zwei Dinge gezeigt. Es war einfach super nach dem langen Flug sich nicht mehr darum kümmern zu müssen, wie man am günstigen und unkompliziertesten zum Hostel kommen kann.
Das Hostel liegt mitten in der Pekinger City und war – wie ich finde – für asiatische Verhältnisse richtig gut! 
Am ersten Tag in Peking ging es erst mit organisatorischen Dingen los – wir wollten in eine Bank, unsere Euros in Yuan umwechseln und wir mussten unsere Zugfahrkarte für die Weiterfahrt nach Xi’an kaufen.
Das Geld wechseln war an sich kein Problem. Ein netter kleiner Chinese hat für uns ein Formular ausgefüllt und wir mussten (nur) ca. 1,5 Stunden in einem Wartesaal warten, bis unsere gezogene Nummer dran war. Am Schalter habe ich nur das Formular abgeben müssen und meine Euros, dann das akribische Arbeiten des Bankpersonals beobachten dürfen und zu guter Letzt ohne ein Wort gesagt zu haben, habe ich meine Yuan bekommen. (Warum wir so lange warten mussten? Es lag vielleicht daran, dass Sonntag war und alle Chinesen sonntags frei haben und alle Geschäfte und Läden sonntags auf haben.)
Der Bahnhof war um die Ecke und wir konnten schon von der Bank aus das Treiben vor dem Bahnhofseingang beobachten. Auch hier gibt es Unterschiede zu deutschen Bahnhöfen.
Man kommt in den eigentlichen Bahnhof nur mit einer gültigen Fahrkarte. Hat man diese nicht, kann man sich nur das riesen Gebäude von außen anschauen. Tickets bekommt man in einer extra Halle. Diese war so groß wie eine Sporthalle und hatte sicher über 30 Schalter. Und es gab einen für englischsprachige Personen.
Allerdings war das englisch der Bahnangestellten nicht wirklich gut, und so konnte sie uns nicht sagen, ob es in Ordnung sei, wenn man zwei Gepäckstücke mit in den Schnellzug nehmen würde. Da die eigentliche zugelassenen Menge auch hier nur 20 kg waren.
Gott sei Dank hat eine andere Chinesin unsere Diskussion mitbekommen und hat uns geholfen, sie konnte perfekt Englisch und hat uns gesagt, es sei eigentlich nicht erlaubt zwei Gepäckstücke mitzunehmen, aber solange wir sie tragen können, würde uns keiner daran hindern und es würde auch wohl keiner mit uns Diskutieren wollen… :D 
Letztlich haben wir die Tickets gekauft, in der Hoffnung, dass sie recht hatte.
Am Ende des Tages sind wir noch richtig lecker Essen gegangen, wobei das nicht schwer ist, da die chinesische Küche echt super ist. Man bestellt viele verschiedene Gerichte und platziert diese alle in die Mitte. So kann sich jeder das nehmen, was er mag.
Am Montag wollten die meisten einmal ausschlafen um den Jetlag zu bekämpfen. So bin ich mit Eva alleine durch die Straßen gewandert (1 Stunde) bis zu einem sehr belebten Tempel. Dem Lama-Tempel. Hier gehen noch viele Chinesen jeden Tag ein und aus um zu beten. Es war interessant das ganze Getummel beobachten zu können. Ich habe zwar schon viele Tempel gesehen, aber ich glaube keinen, der trotz Sehenswürdigkeit so beleb war.
Mittags wollten wir uns die Verbotene Stadt anschauen, allerdings dort angekommen, hatten wir uns schon gewundert warum so wenige Menschen da waren. Der Tian-Men-Platz, der bekannte große Platz vor den Toren der Verbotenen Stadt war für chinesische Verhältnisse recht leer und auch der Eingangsbereich. Wir mussten dann feststellen, dass die Verbotene Stadt montags geschlossen hatte. Also mussten wir es am Mittwoch noch einmal versuchen, da es am Dienstag zur Großen Mauer ging.
Im Hostel hatten wir eine Tour zur Großen Mauer gebucht. Inklusive war ein Frühstück am Morgen im Hostel, der Pick-up vom Hostel, der Eintritt der Großen Mauer, ein Mittagessen und die gesamte Fahrt von 2 Stunden (ein Weg). Insgesamt waren es 10 Personen von verschiedenen Hostel und der Guide hat uns ein paar gute Infos gegeben. Bei der Mauer angekommen war ich wirklich überrascht. Ich hatte von Bilder und Erzählungen aus dem Internet gedacht, dass die Mauer total überlaufen wäre von Menschen, aber es war das Gegenteil. Wir waren fast die Einzigen auf der Mauer! Es lag wohl daran, dass es noch Winter war und somit ar*** kalt. Wir fanden es super!  Da wir ein bisschen mehr Zeit auf der Mauer verbringen wollten, haben wir uns dafür entschieden mit der Seilbahn hoch zur Mauer zu fahren anstatt 1 Stunde zu wandern. Es wäre sicher auch gut gewesen, aber durch die Tour hatten wir insgesamt nur drei Stunden Zeit. Und unsere Entscheidung war Gold wert. Oben angekommen ging es auf der Mauer steil bergauf, es war eher eine Treppe die fast senkrecht hinauf ging, die Stufen alle unterschiedlich groß haben das Laufen nicht gerade erleichtert. Da der Smog sich in den Bergen nördlich von Peking nicht so stark durchsetzen konnte, hatten wir sogar eine recht gute Aussicht, aber es war dennoch alles ein bisschen „nebelverhangen“. Man sieht es vielleicht ein wenig auf den Bildern.
Zurück in Peking ging es abends noch zum Olympiagelände – das war ein Tipp von einem amerikanischen Mädel, die mit auf der Tour zur Mauer war. Und es war super! Alles war so stark und bunt beleuchtet, dass es eigentlich eine Stromverschwendung war, aber nichts destotrotz sah es super aus! 
Ah, und nur am Rande, wenn man im Peking U-Bahn fährt muss man jedes Mal durch eine Sicherheitskontrolle, die Taschen werden durchleuchtet und man selbst geht durch diese „Sicherheitstür“ wie am Flughafen und überall in der Stadt ist Militär oder Polizei zu sehen.
Am Mittwoch hieß es dann endlich auf zur Verbotenen Stadt und als wir aufstanden traf uns fast der Schlag! Wir konnten blauen Himmel sehen, der Smog der vergangenen Tage war wie weggefegt! Die Verbotenen Stadt kann man an für sich nur schwer beschreiben, es sind viele Tempel, Sitzungsräume, Verwaltungsgebäude und und und… das beste Wort ist wohl einfach nur riesig! Und es war richtig voll am Eingang, dennoch hat es nur fünf Minuten gedauert bis wir unsere Tickets hatten und durch die Sicherheitskontrolle durch waren. Drinnen sind die Menschenmassen untergegangen, sie haben sich auf dem riesigen Gelände mitten in der Innenstadt verteilt.
Am anderen Ende der Verbotenen Stadt ist ein kleiner Berg, der entstanden ist, als der Wassergraben rund um die Verbotene Stadt ausgehoben wurde. Auf dem Berg gab es wieder einen kleinen Tempel und eine herrliche Aussicht über die gesamte Stadt! Wir hatten so Glück mit dem Wetter, den schon am Donnerstag war der Smog wieder da! Da haben wir uns noch einen Himmelstempel angeschaut, aber den fande ich persönlich nicht so toll.

Am Freitag ging es dann mit dem Taxi zum Bahnhof und mit dem schnell Zug fünfeinhalb Stunden bis nach Xi’an. Wir haben unser gesamtes Gepäck mitbekommen, die Frau, die uns geholfen hatte, hatte recht, es kümmert keinen. Dort wurden wir von drei Deutsch-Chinesische Studenten (Chinesen die das gleich Studieren wie ich nur in China) abgeholt und wir sind ca. zwei Stunden bis zur Uni gefahren, dabei ging es mitten durch die Stadt.  Auch hier gibt es den Smog, aber meiner Meinung nach nicht ganz so heftig wie in Peking.
Eine Frau vom Akademischen Auslandsamt hat uns dann die Schlüssel und die erste Einweisung für die Wohnung gegeben, bevor es noch mit den drei bzw. jetzt waren es schon fünf Chinesen zum Essen ging. In einem direkt an der Uni liegendem kleinen Restaurant bzw. Studentenimbissbude haben wir super leckere Nudelsuppe bzw. Reisgerichte bekommen. Später, ca. 21.30 Uhr haben wir noch unsere chinesische Handykarte bekommen und eigentlich ging es dann nur noch ins Bett.
Am nächsten Morgen sollten noch ein paar organisatorische Dinge gemacht werden, Fotos für Studentenausweis usw.. Nachmittags konnten wir dann unsere Wohnungen genauer betrachten und anfangen zu putzen. Ich teile mir mit Eva eine Wohnung und unserem Anschein nach, haben wir die beste Wohnung von allen bekommen, es ist zwar die kleinste, aber dafür müssen wir auch am wenigsten sauber halten. :D Im Prinzip war die Wohnung nicht versifft, aber wir haben der ganzen Wohnung eine Grundreinigung verpasst, besonders dem Bad und der Küche… Jetzt ist alles gemütlich und sauber. Hier können wir es ein Jahr lang aushalten, wobei wir noch streichen wollen, da Schuhabdrücke an den Wänden und der Decke irgendwie nicht so ansehnlich sind, aber mal schauen.
Sonntag ging es mit den Chinesen, die wir schon aus Deutschland kannten Feuertopf essen. Und es war wieder super lecker!! Das muss mal gegessen werden! Und das tollste: Für Chinesen war das Restaurant teuer, aber wenn man es umrechnet, haben wir zu zehnt dort gegessen pro Person für ca. 7,50 Euro. Ach, es war einfach super!!!
Ansonsten ist am Montag der Intensivsprachkurs gestartet, wir haben jeden Morgen von 8.20 Uhr bis 12.00 Uhr jetzt Unterreicht mit Lehrerinnen, die nur Chinesische sprechen. Aber das Verstehen wir von Tag zu Tag besser. 
Auch gestern Abend, da sind wir mit drei Chinesen Billardspielen gegangen und wir haben immer mehr auf Chinesisch geredet und wir haben etwas mehr verstanden als sonst. ;)
So, ich glaube das reicht erst einmal zum Lesen. 

Grüße Kat

P.S. Bilder folgen noch...

8 Kommentare:

  1. Das hört sich ja alles super an! Bin schon gespannt auf weitere Berichte ;-)
    Das wichtigste ist aber,das es dir gut geht und du dich wohl fühlst...
    LG Kerstin

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    1. Hey :)
      Ja, ich fühle mich wohl. Aber ich kann mich an vielen Orten wohl fühlen :D
      Man muss sich eben drauf einlassen. ;-)

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  2. Yay, ein schöner Bericht! :) Super, dass es euch dort drüben gut geht und ihr schon so viel Spannendes erlebt habt. 2 Wochen seid ihr schon unterwegs, unglaublich :D Wünsche euch weiterhin viel Spaß und viele Grüße an Frau Ai und Frau Yang (falls ihr die auch habt^^)!

    Freue mich auf mehr und auch auf die Bilder hihi ;)
    Nga

    PS: Friert ihr eigentlich auch im Unterrichtsraum oder ist es inzwischen wärmer geworden?

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    1. Huhu,
      nein wir frieren nicht :)
      Die Jungs hatten sich am Anfang einen elektrischen Heizstrahler gekauft, aber denen ist es warm genug in der Wohnung, daher stehen zwei Heizstrahler im Unterrichtsraum und es ist warm genug um im dicken Pulli dort zu hocken. ;)

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  3. Danke für die interessante und ausführliche Schilderung, gute Fortschritte beim Sprachkurs!
    Liebe Grüße aus Stuttgart, Matthias

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  4. Hallo Kathrin.

    Schön , das Du gut angekommen bist und Dich schon eingelebt hast. sehr schöner und langer Bericht. Werde immer mal nachsehen , was es neues gibt.

    Viele Grüße , Frank

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  5. Hallo Kat Ber,
    bin gereade eben eigentlich nur zufällig über den Link gestolpert, aber habe mich gleich festgelesen :-) Sehr interessanter Bericht aus einer ganz anderen Welt. Ich werde mit Sicherheit zum Dauerleser. Viiiiieeelll Spaß weiterhin und alles Gute !
    Morgen ist eine Fuchsjagd von Ernst. Die erste überhaupt in diesem Jahr und wir haben super Wetter. Ich werde Grüße von Dir ausrichten - in der Hoffnung, dass das ok ist.
    Viele Grüße,
    Klaus-Dieter

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    1. Hallo,
      na klar ist das in Ordnung, wenn Du Grüße ausrichtest, darüber würde ich mich freuen!
      Viel Spaß beim Laufen, ich bin ein bischen neidisch da ich auch gerne Fuchsjagd laufen möchte... Aber hier in Xi'an bin ich noch nicht fündig geworden...
      Gruß
      Kat

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