Jetzt gibt es einiges zu lesen. Leider funktioniert mein
VPN immer noch nicht, aber ich habe mir mal einen Rechner der anderen
geschnappt, da ich noch gerne ein paar Dinge schreiben möchte, bevor es nächste
Woche auf Reise nach Shenzehn (深圳) in der Nähe von Hongkong geht. Da
werde ich zehn Wochen ein Praktikum bei der Firma manroland absolvieren. Es ist
eine deutsche Firma, die hauptsächlich Druckmaschinen verkauft und diese
wartet.
Aber dazu vielleicht das nächste Mal mehr. Jetzt gilt es
noch ein paar andere Dinge aufzufrischen.
Ende März hatten wir unsere ersten beiden Klausuren im
Fach Chinesisch als Fremdsprache. Es war eine schriftliche und eine mündliche
Prüfung. Wie sie ausgefallen sind, wird sich noch zeigen, wir wissen leider
nicht wann und wie wir die Ergebnisse bekommen, aber ich denke alle haben
bestanden. Wir hatten aber auch ein bisschen versucht uns gut darzustellen. Die
Lehrerin von der schriftlichen Prüfung haben wir zweimal zum Essen eingeladen.
Einmal gab es Jiaozi (饺子), eine typisch chinesische Speise. Es sind im Prinzip
gefüllt Teigtaschen, sie werden in Wasser gekocht und mit Sojasoße, scharfer
Soße und/oder Essig gegessen. Sehr lecker! Das zweite Mal habe ich Reibekuchen
mit Apfelkompott gemacht. Auch das hat der Lehrerin geschmeckt. J
Mit den Prüfungen war unser Intensivsprachkurs
abgeschlossen und wir haben mit einem Projekt angefangen. Leider ist es nicht
wirklich gut betreut durch Lehrer oder Professor, aber so ist es nun mal in
China. Das Projekt wird ein Lernspiel. Man bildet mit Worten, die auf Karten
stehen, Sätze. Sind die Sätze richtig darf man die Karte behalten, wenn sie
nicht richtig sind darf der Nächste es versuchen und eine neue Karte ziehen.
Das ganze Projekt läuft im Siebdruck ab und ist nicht wirklich eine große
Herausforderung von technischer Seite her. Es ist eher schwierig von den
Chinesen irgendwelche Infos zu bekommen. Naja, auch das Projekt ist jetzt schon
fast abgeschlossen.
Abgesehen vom Projekt haben wir momentan ein bisschen
Zeit andere Dinge zu machen. So gehen wir recht häufig Badminton spielen und
jedes Mal ist es ein neues Erlebnis für uns. Den in der Regel kommen immer ein oder zwei
Chinesen zu uns – natürlich kurz bevor wir aufhören wollen – und fragen ob sie
mitspielen dürfen. Meistens wollen sie dann zeigen wie gut sie spielen können,
aber das klappt nicht so recht, da fünf von uns zwar spielen können aber nicht
wirklich „Profis“ sind. :D
Zum Sport gibt es noch zu berichten, dass ich jetzt weiß,
dass die Uni eine OL-Unterrichtstunde hat. Ich werde mal schauen, ob diese
Stunde nächstes Semester in meinen Stundenplan reinpassen wird. Ich habe auch
schon Studenten gesehen, die einen Trainings-OL hier auf dem Campus gelaufen
sind. Aber naja, so richtig Sport war das nicht.
Dann gab es am Karfreitag und Ostersamstag ein großes
Sportfest. Dabei hat die ganze Hochschule teilgenommen und sogar die
Lehrer/Professor eine Mannschaft gestellt. Es war ähnlich wie das Sportfest
zuvor, es gab hauptsächlich Disziplinen aus der Leichtathletik, aber auch
Armdrücken oder Seilspringen war dabei.
Von uns Deutschen war ich dieses Mal die Einzige, die
teilgenommen hat. Allerdings mussten wir alle morgens um kurz nach sieben zur
Vorbereitung der Eröffnungsfeier antanzen. Die Vorbereitung bestand darin über
eine Stunde in Formation aufgestellt auf den Einmarsch ins Stadion zu warten.
Das Blöde dabei, es hat ordentlich angefangen zu regnen. Der Regen hat auch
leider nicht mehr nachgelassen. Und so war ich nach dem ersten 100 Meter-Lauf
nass. Das konnte nur noch vom Hochsprung getoppt werden, da die Hochsprung
Matte sich ordentlich mit Wasser vorgesogen hatte. Trotz des schlechten Wetter
bin ich 1,50 Meter gesprungen. Das ist ohne jegliche Training und bei Regen
eine gute Leistung. Die zweitplatzierte Chinesin ist 1,25 Meter gesprungen.
Also war es leider wieder ein bissen eine Ein-Frau-Show, und mir wurde während
dem Springen auch von einigen gesagt das die nur gekommen seien um mich zu
sehen – naja sowas mag ich ja eigentlich nicht, aber es war ein gutes Publikum.
In den letzen Wochen haben wir uns auch die ein oder
andere Sehenswürdigkeit angeschaut. Darunter die Terrakotta-Armee und die
bekannte Stadtmauer von Xi’an. Allerdings muss ich sagen, dass es gut war, dass
ich mir nicht zu viel von der Terrakotta-Armee versprochen habe. Es sind halt
doch nur ein paar Soldaten die da ausgegraben rumstehen. Und wenn man nicht den
geschichtlichen Faktor dahinter bedenkt, wäre es ein bisschen langweilig
geworden.
Dafür war die Stadtmauer ganz nett. Letztlich ist es zwar
auch nur eine Stadtmauer, aber sie ist komplett erhalten/restauriert und man
kann quasi einmal um das Stadtzentrum laufen oder mit dem Fahrrad fahren (ca.
15 km).
Rund um und in Xi’an gibt es eine Menge an Parks, diese
Nutzen die Chinesen sehr gerne, dort lassen sie Drachen fliegen, spielen
Badminton, Mahyong oder hocken einfach nur zusammen sobald das Wetter es
zulässt.
Am 1. Mai werde ich mit den beiden deutschen Jungs nach
Shenzhen aufbrechen. Dort werden wir unser Pflichtpraktikum absolvieren. Allerdings
sind die Jungs in einer anderen Firma.
Und bevor es nach Shenzhen geht, machen wir zwei
Zwischenstopps. Wir werden uns einen der fünf Heiligen Berge in China
anschauen, der liegt ca. auf dreiviertel der Strecke nach Shenzhen. Zudem
werden wir uns die Stadt Changsha anschauen. Bevor wir uns ins Arbeitsleben
stürtzen.
Hier in Xi’an habe ich durch Zufall eine Chinesin
kennengelernt, die aus Shenzhen kommt. Sie hat mir schon viele tolle Tipps
gegeben und auch ein bisschen Vorfreude. Shenzhen liegt direkt am Meer, im
Sommer ist es dort zwar schwül und warm, aber man hat dort auch die
Möglichkeiten einmal ins Mer schwimmen zugehen. Zudem soll die Stadt sehr
modern sein. Sie hat eine Geschichte von ca. 30 Jahren und gehört zu einer
Wirtschaftsonderverwaltungszone, Chinesen sagen, da liegt Geld und mit der
guten Anbindung zu Hongkong, ist in Shenzhen auch ein internationales Publikum
zu finden. Ich bin gespannt.
So ich hoffe ich habe nichts vergessen, was so in der
letzten Zeit hier passiert ist.
Wie gesagt mein VPN ist immer noch nicht wieder
startklar, aber ich arbeite dran.
Beste Grüße und wohl dann demnächst aus Shenzhen.
Kat
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