Montag, 28. April 2014

Ein überfälliger Bericht

Jetzt gibt es einiges zu lesen. Leider funktioniert mein VPN immer noch nicht, aber ich habe mir mal einen Rechner der anderen geschnappt, da ich noch gerne ein paar Dinge schreiben möchte, bevor es nächste Woche auf Reise nach Shenzehn (深圳) in der Nähe von Hongkong geht. Da werde ich zehn Wochen ein Praktikum bei der Firma manroland absolvieren. Es ist eine deutsche Firma, die hauptsächlich Druckmaschinen verkauft und diese wartet.
Aber dazu vielleicht das nächste Mal mehr. Jetzt gilt es noch ein paar andere Dinge aufzufrischen.
Ende März hatten wir unsere ersten beiden Klausuren im Fach Chinesisch als Fremdsprache. Es war eine schriftliche und eine mündliche Prüfung. Wie sie ausgefallen sind, wird sich noch zeigen, wir wissen leider nicht wann und wie wir die Ergebnisse bekommen, aber ich denke alle haben bestanden. Wir hatten aber auch ein bisschen versucht uns gut darzustellen. Die Lehrerin von der schriftlichen Prüfung haben wir zweimal zum Essen eingeladen. Einmal gab es Jiaozi (饺子), eine typisch chinesische Speise. Es sind im Prinzip gefüllt Teigtaschen, sie werden in Wasser gekocht und mit Sojasoße, scharfer Soße und/oder Essig gegessen. Sehr lecker! Das zweite Mal habe ich Reibekuchen mit Apfelkompott gemacht. Auch das hat der Lehrerin geschmeckt. J
Mit den Prüfungen war unser Intensivsprachkurs abgeschlossen und wir haben mit einem Projekt angefangen. Leider ist es nicht wirklich gut betreut durch Lehrer oder Professor, aber so ist es nun mal in China. Das Projekt wird ein Lernspiel. Man bildet mit Worten, die auf Karten stehen, Sätze. Sind die Sätze richtig darf man die Karte behalten, wenn sie nicht richtig sind darf der Nächste es versuchen und eine neue Karte ziehen. Das ganze Projekt läuft im Siebdruck ab und ist nicht wirklich eine große Herausforderung von technischer Seite her. Es ist eher schwierig von den Chinesen irgendwelche Infos zu bekommen. Naja, auch das Projekt ist jetzt schon fast abgeschlossen.
  
Abgesehen vom Projekt haben wir momentan ein bisschen Zeit andere Dinge zu machen. So gehen wir recht häufig Badminton spielen und jedes Mal ist es ein neues Erlebnis für uns. Den  in der Regel kommen immer ein oder zwei Chinesen zu uns – natürlich kurz bevor wir aufhören wollen – und fragen ob sie mitspielen dürfen. Meistens wollen sie dann zeigen wie gut sie spielen können, aber das klappt nicht so recht, da fünf von uns zwar spielen können aber nicht wirklich „Profis“ sind. :D
Zum Sport gibt es noch zu berichten, dass ich jetzt weiß, dass die Uni eine OL-Unterrichtstunde hat. Ich werde mal schauen, ob diese Stunde nächstes Semester in meinen Stundenplan reinpassen wird. Ich habe auch schon Studenten gesehen, die einen Trainings-OL hier auf dem Campus gelaufen sind. Aber naja, so richtig Sport war das nicht.

Dann gab es am Karfreitag und Ostersamstag ein großes Sportfest. Dabei hat die ganze Hochschule teilgenommen und sogar die Lehrer/Professor eine Mannschaft gestellt. Es war ähnlich wie das Sportfest zuvor, es gab hauptsächlich Disziplinen aus der Leichtathletik, aber auch Armdrücken oder Seilspringen war dabei.
Von uns Deutschen war ich dieses Mal die Einzige, die teilgenommen hat. Allerdings mussten wir alle morgens um kurz nach sieben zur Vorbereitung der Eröffnungsfeier antanzen. Die Vorbereitung bestand darin über eine Stunde in Formation aufgestellt auf den Einmarsch ins Stadion zu warten. Das Blöde dabei, es hat ordentlich angefangen zu regnen. Der Regen hat auch leider nicht mehr nachgelassen. Und so war ich nach dem ersten 100 Meter-Lauf nass. Das konnte nur noch vom Hochsprung getoppt werden, da die Hochsprung Matte sich ordentlich mit Wasser vorgesogen hatte. Trotz des schlechten Wetter bin ich 1,50 Meter gesprungen. Das ist ohne jegliche Training und bei Regen eine gute Leistung. Die zweitplatzierte Chinesin ist 1,25 Meter gesprungen. Also war es leider wieder ein bissen eine Ein-Frau-Show, und mir wurde während dem Springen auch von einigen gesagt das die nur gekommen seien um mich zu sehen – naja sowas mag ich ja eigentlich nicht, aber es war ein gutes Publikum.
In den letzen Wochen haben wir uns auch die ein oder andere Sehenswürdigkeit angeschaut. Darunter die Terrakotta-Armee und die bekannte Stadtmauer von Xi’an. Allerdings muss ich sagen, dass es gut war, dass ich mir nicht zu viel von der Terrakotta-Armee versprochen habe. Es sind halt doch nur ein paar Soldaten die da ausgegraben rumstehen. Und wenn man nicht den geschichtlichen Faktor dahinter bedenkt, wäre es ein bisschen langweilig geworden.
Dafür war die Stadtmauer ganz nett. Letztlich ist es zwar auch nur eine Stadtmauer, aber sie ist komplett erhalten/restauriert und man kann quasi einmal um das Stadtzentrum laufen oder mit dem Fahrrad fahren (ca. 15 km).
Rund um und in Xi’an gibt es eine Menge an Parks, diese Nutzen die Chinesen sehr gerne, dort lassen sie Drachen fliegen, spielen Badminton, Mahyong oder hocken einfach nur zusammen sobald das Wetter es zulässt.

Am 1. Mai werde ich mit den beiden deutschen Jungs nach Shenzhen aufbrechen. Dort werden wir unser Pflichtpraktikum absolvieren. Allerdings sind die Jungs in einer anderen Firma.
Und bevor es nach Shenzhen geht, machen wir zwei Zwischenstopps. Wir werden uns einen der fünf Heiligen Berge in China anschauen, der liegt ca. auf dreiviertel der Strecke nach Shenzhen. Zudem werden wir uns die Stadt Changsha anschauen. Bevor wir uns ins Arbeitsleben stürtzen.
Hier in Xi’an habe ich durch Zufall eine Chinesin kennengelernt, die aus Shenzhen kommt. Sie hat mir schon viele tolle Tipps gegeben und auch ein bisschen Vorfreude. Shenzhen liegt direkt am Meer, im Sommer ist es dort zwar schwül und warm, aber man hat dort auch die Möglichkeiten einmal ins Mer schwimmen zugehen. Zudem soll die Stadt sehr modern sein. Sie hat eine Geschichte von ca. 30 Jahren und gehört zu einer Wirtschaftsonderverwaltungszone, Chinesen sagen, da liegt Geld und mit der guten Anbindung zu Hongkong, ist in Shenzhen auch ein internationales Publikum zu finden. Ich bin gespannt.

So ich hoffe ich habe nichts vergessen, was so in der letzten Zeit hier passiert ist.

Wie gesagt mein VPN ist immer noch nicht wieder startklar, aber ich arbeite dran.
Beste Grüße und wohl dann demnächst aus Shenzhen.

Kat

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