Oh, ihr musstet mal wieder viel zu lange warten!
Jetzt gibt es dafür eine Menge zu berichten. Ich weiß gar
nicht so recht wo ich anfangen soll. Vielleicht kurz zu heute… Ich bin in Wuhan
(武汉)
im Hostel angekommen und wurde gleich einmal Zeug von einem „Ehestreit“, oder
sowas in der Art. Ein Deutscher – wie sich später rausstellte – hat Probleme
mit seiner Freundin (eine Brasilianerin). Er ist betrunken und nur am
rumschreien, die Chinesen wussten erst nicht was sie machen sollten. Jetzt
scheint es unter Kontrolle sein und er hat mich sogar gefragt ob er meinen PC
nutzen kann, ich hab dankend abgelehnt.
Mal schauen, was man davon noch mitbekommt!
Mal schauen, was man davon noch mitbekommt!
Aber jetzt von Anfang an. Vor gut zweieinhalb Wochen habe
ich mich mit Nga, eine deutsch-Vietnamesin aus Stuttgart getroffen. Und wir
haben unseren Trip durch China in der Nicht-Chinesischen-Stadt Hongkong
begonnen. Nga kenne ich von der Uni, sie war vor gut zwei Jahren ein Jahr lang
in China, jetzt wollte sie reisen und Freunde besuchen. Nach Hongkong haben wir
noch einen kurzen Stopp in Shenzhen (深圳) gemacht. Bevor es dann richtig mit
dem Reisen in uns unbekannte Städte losging.
1. Station Guangzhou (广州)
Eigentlich wollten wir zwei Nächte in Guangzhou bleiben,
aber wir konnten keine Zugtickets für unser nächstes Ziel am dritten Tag
bekommen, somit wurde es nur eine Nacht und eineinhalb Tage. Aber das war gar
nicht so schlecht. Guangzhou schien zwar ein ganz netter Ort zu sein, auch das
Hostel hatte uns gefallen, aber es gab nicht allzu viel anzuschauen. Die Stadt
ist bekannt für seinen bunt beleuchteten Fernsehturm, dann gibt es noch eine „Notre
Dame“ und einen ganz netten großen Park. Es sich anzuschauen war allerdings
alles in einem Tag erledigt und somit war es gut, dass für und der
Nachtzug nach Guilin ging.
2. Station Guilin (桂林)
Guilin und seine Gegend lebt vom Tourismus. Guilin ist
Ausgangsort für die Reisterrassen im Norden und die Karstlandschaft im Süden.
Wir haben einen Tag Aufenthalt in Guilin gehabt und unteranderem einen schönen
Ausblick vom „Hügel des Elefantenrüssels“ und aus dem „Park der sieben Sterne“
auf die Stadt und die umliegende Landschaft. Zudem gab es abends noch einen
großen Nachtmarkt auf fast jeder Haupt-Straße in Guilin, alle Leute waren auf
Achse und Unterwegs. Das Leben dort fing erst um neun Uhr abends an. ;)
3. Station Dazhai (大寨), Tiantouzhai (田头寨)
Die Einheimischen in dieser Gegend gehören meist den
Zhuang oder Yao an, aber es gibt auch Dong und Miao. Viele Frauen in dieser
Gegend tragen noch ethnische Kleidung, was sicher mittlerweile auch schon zum Tourismus
gehört. Aber die Bewohner hier leisten wahre Wunder. Die Bewirtschaftung der
Gegend, die Reisfelder in den Terrassen oder auch die Bewirtschaftung der immer
mehr werdenden Hotels, jeder einzelne Gegenstand wird per Muskelkraft auf die
bis zu 1000 m hohen Reisterrassen gebracht. Für uns konnte ein Teil der Höhe
kann per Bus bewältigt werden und dann ging es bis zu unserem Hostel, dass
mitten in den Reisfeldern lag ca. eine Stunde bergauf… Wir hatten unsere großen
Rucksäcke dabei, als wir aus dem Bus stiegen standen schon die kleinen
schmächtigen älteren Damen in Ihren Trachten vor der Bustür und wollten unser Gepäck
den Berg hinauf tragen. Da wir aber unser Gepäck selbst tragen wollten, müssten
wir nur noch die penetranten Damen loswerden. Nach mehrfachen „nein, wir wollen
nicht“ , sind wir einfach losmarschiert, aber auch da haben uns die Damen noch
ein ganzes Stück begleitet, bis sie wen anderes auf dem Weg gefunden haben.
Letztlich gesehen haben wir die eine oder andere Trägerin auf dem Weg bergauf
überholt und da es noch richtig angefangen hat zu Regnen, haben die Damen und
alle anderen Chinesen Pause gemacht und sich untergestellt. Wir haben die
Abkühlung genossen und sind weiter gelaufen. Begleitet haben uns noch eine
Engländerin, ein Franzose und ein Israeli.
In den Terrassen haben wir fast drei Tage verbracht,
haben verschiedene Aussichtspunkte erwandert und sind zu einem abgelegenen Dorf
gelaufen. Es war einfach super, die Natur war atemberaubend, es war schön ruhig
und man konnte wandern und hat nur eine Handvoll Leute auf dem Weg getroffen.
Bis her der beste Ort in China, wo ich war.
4. Station Yangshuo (阳朔)
Yangshuo gut eineinhalb Stunden südlich von Guilin ist
für seine Karstlandschaft bekannt. Und eine Touri-Hochburg. Im Reiseführer
steht, dass es die Stadt mit den meisten Englisch Kenntnissen in China ist. Wir
haben natürlich immer die Personen gefunden, die kein Englisch konnten, aber
nichts desto trotz war die Fahrradtour, die wir durch die Landschaft
unternommen haben super. Dort haben wir auch nur lokale Einheimische getroffen
und sie waren sehr hilfsbereit uns den Weg zu den richtigen Ecken zu zeigen.
Zurück in der Stadt, gab es dann die unfreundlichen Chinesen, die
wahrscheinlich von all den Touristen (auch Chinesische) genervt waren.
Yangshuo war im Vergleich zu den Reisfeldern viel zu heiß
und schwül. Man hat einen Fuß nach draußen gesetzt und man hat überall geschwitzt.
5. Station Wulingyuan NP (武陵源) bei
Zhangjiajie (张家界)
Bis hier her hatten wir unseren Trip gut im Vorfeld
planen können und z.B. Zugtickets im Voraus gekauft. Aber von Yangshuo oder
Guilin gab es keine direkte Verbindung zum National Park. Somit haben wir zu
nächst von Yangshuo einen lokalen Bus nach Guilin genommen, dann einen Zug nach
Changsha, dort war ich schon einmal vorher gewesen und wusste, dass es dort ein
Fernbusbahnhof gab. Von dort sollten Busse auch nach Zhangjiajie-Stadt fahren.
Nur wir konnten diese Information nirgends im Internet kontrollieren, daher
sind wir auf gut Glück nach Changsha gefahren und haben dort mit einer Stunde
Wartezeit tatsächlich einen Bus nach Zhangjiajie-Stadt bekommen. Leider war die
Stadt noch nicht unser Endziel, wir hatten ein Hostel direkt am National Park
Eingang gebucht und das lag noch einmal ca. 40 km von der Stadt entfernt. Zu
normalen Tageszeiten fahren dort auch regelmäßig Minibusse, aber wir sind erst
um halb zehn abends in der Stadt angekommen (geplant war 20.00 Uhr). Im Bus zur
Stadt haben wir drei nette Chinesen kennen gelernt und in der Stadt angekommen
haben die zwei Mädels davon uns gefragt wo wir hin müssten. Sie mussten dort
auch hin – zwar in ein anderes Hotel aber die gleich Ecke und sie meinten sie
hätten einen Fahrer organisiert und wir könnten mitfahren. Es war super! Somit
haben wir uns eine teure Taxifahrt sparen können. Um elf Uhr lagen wir dann
platt von einem 15 Stunden Reisetag in unseren Betten.
Am nächsten Tag ging es früh wieder los, hinauf in die
Berge um die beeindruckende Landschaft zu sehen, die wohl auch als Kulisse/Ideenlieferant
für den Film „Avatar“ diente.
Die Landschaft war super, aber die Massen an chinesischen
Reisegruppen waren fast unerträglich. Es war ein Gedränge um die besten Ausgucke
und zudem sehr lange Warteschlangen an den beiden einzigen Möglichkeiten auf
die Berge zu kommen – der Seilbahn und dem Fahrstuhl (über 100 Stockwerke).
Am zweiten Tag haben wir uns noch einen Fluss vorgenommen, der natürlich im Tal floss und somit kein langes Anstehen verlangte. Es waren wieder tolle Ausblicke auf die riesigen wie Steine aufgestellten Berge!
Am zweiten Tag haben wir uns noch einen Fluss vorgenommen, der natürlich im Tal floss und somit kein langes Anstehen verlangte. Es waren wieder tolle Ausblicke auf die riesigen wie Steine aufgestellten Berge!
Danach ging es zur Stadt Zhangjiajie zurück um am
nächsten Tag den Tianmenshan (天门山). Dort hinauf führt auch eine
Seilbahn, alternativ wäre eine ca. 10 km lange Straße mit hunderten von Kurven.
Wir haben früh morgens mit die erste Seilbahn auf den Berg genommen, da
nachmittags unser nächster Zug abfuhr.
Und es hat sich gelohnt früh aufzustehen. Nachdem wir mit
der 7 km langen Seilbahn den Nebel durchquert hatten, bot sich ein
atemberaubender Blick. Und auch auf dem Gipfel, was eine Art Plateau war, war
es super, da zu dieser Uhrzeit noch nicht soooo viele Chinesen dort waren. Auf
halben Weg bergab (wieder Seilbahn) gab es noch ein „Loch im Berg“. Dort hinauf
führten 999 Stufen. Wir haben alle erklommen. :D
6. Station Yichang (宜昌) – Drei-Schluchten-Staudamm
des Yangtse Flusses (三峡水电的长江)
Gott sei Dank habe ich nicht viel von den Schluchten am
Yangtse Fluss erwartet. Ich hatte vorher ein paar Reiseberichte gelesen und
viele sagten es ist nett aber nicht beeindruckend. Wir haben uns dennoch für
eine Bootstour entschieden, mit zwei Übernachtungen eine auf dem Boot eine im
Hotel. Als wir abends am Boot ankamen, hieß es von der „Reiseführerin“, dass es
zwei Nächte auf dem Boot wären und das wir um auf das Aussichtsdeck zu kommen
noch etwas zahlen müssten, der „Hostel-Reisebuchungs-Service“ hatte es uns
anders verkauft und uns zum Glück seine Handynummer gegeben. Somit habe ich
dort gleich mal angerufen und mich beschwert. :D
Leider haben wir das Hotel dann doch nicht mehr bekommen,
aber um aufs Aussichtsdeck zu gehen, mussten wir nichts extra bezahlen und
zudem haben wir dann noch eine Ausflugsfahrt am zweiten Tag dazubekommen. Aber
leider hat es an der Gesamtsituation nichts geändert. Das Boot war widerlich
und unsere Kajüte erst recht! Man wollte das Bad/die Nasszelle nicht einmal
betreten, geschweigeden benutzen. Ich habe schon viele dreckige Orte gesehen
und auch dort z.B. geduscht, aber das hat alles getoppt – kurz gesagt, wir
haben uns zwei Tage nicht geduscht oder gewaschen. Und die Toilettengänge
gingen nur mit offener Badtür, da man sonst Gefahr lief zu ersticken oder
irgendwas vom Bad anzufassen.
Drei „Highlights“ waren dann auf der Tour anzusehen, als
erstes die „Drei-kleinen-Schluchten“, dann ein Godness Stream und der Staudamm
am Ende der Tour. Leider war nichts so richtig spektakulär und beim Staudamm
kann man nur von drei verschiedenen Aussichtsplattformen auf den Damm schauen.
Aber z.B. nicht in den Damm oder in die Nähe davon. Im Großen und Ganzen waren
wir richtig enttäuscht, aber auch glücklich, dass wir nicht eine längere
Kreuzfahrt gemacht haben, was eigentlich der Plan gewesen war.
Heute bin ich alleine weiter nach Wuhan gereist. Nga ist
nach Xi’an um Freunde zu besuchen. Wir werden uns in ein bisschen mehr als
einer Woche wieder in Shanghai treffen. Bevor sie weiter fliegt.
Ich habe heute noch nichts angeschaut, dass steht morgen
auf dem Plan. Heute wollte ich endlich mal den Blog schreiben und ggf. Bilder
hochladen, aber gerade gibt es hier Probleme mit dem Internet und daher werden
die Bilder wohl wieder ein bisschen auf sich warten lassen.
Aber mir geht es gut und das Reisen macht größtenteils
Spaß.
Bis bald Kat
PS. Falls Fehler im Text sind, bitte ignorieren :D bin
gerade zu müde um ihn noch einmal durch zu lesen :D :D
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