Donnerstag, 31. Juli 2014

Reise und Co.

Jetzt sind auch alle Bilder zur Reise online! 




Oh, ihr musstet mal wieder viel zu lange warten!
Jetzt gibt es dafür eine Menge zu berichten. Ich weiß gar nicht so recht wo ich anfangen soll. Vielleicht kurz zu heute… Ich bin in Wuhan (武汉) im Hostel angekommen und wurde gleich einmal Zeug von einem „Ehestreit“, oder sowas in der Art. Ein Deutscher – wie sich später rausstellte – hat Probleme mit seiner Freundin (eine Brasilianerin). Er ist betrunken und nur am rumschreien, die Chinesen wussten erst nicht was sie machen sollten. Jetzt scheint es unter Kontrolle sein und er hat mich sogar gefragt ob er meinen PC nutzen kann, ich hab dankend abgelehnt.
Mal schauen, was man davon noch mitbekommt!
Aber jetzt von Anfang an. Vor gut zweieinhalb Wochen habe ich mich mit Nga, eine deutsch-Vietnamesin aus Stuttgart getroffen. Und wir haben unseren Trip durch China in der Nicht-Chinesischen-Stadt Hongkong begonnen. Nga kenne ich von der Uni, sie war vor gut zwei Jahren ein Jahr lang in China, jetzt wollte sie reisen und Freunde besuchen. Nach Hongkong haben wir noch einen kurzen Stopp in Shenzhen (深圳) gemacht. Bevor es dann richtig mit dem Reisen in uns unbekannte Städte losging.

1. Station Guangzhou (广州)
Eigentlich wollten wir zwei Nächte in Guangzhou bleiben, aber wir konnten keine Zugtickets für unser nächstes Ziel am dritten Tag bekommen, somit wurde es nur eine Nacht und eineinhalb Tage. Aber das war gar nicht so schlecht. Guangzhou schien zwar ein ganz netter Ort zu sein, auch das Hostel hatte uns gefallen, aber es gab nicht allzu viel anzuschauen. Die Stadt ist bekannt für seinen bunt beleuchteten Fernsehturm, dann gibt es noch eine „Notre Dame“ und einen ganz netten großen Park. Es sich anzuschauen war allerdings alles in einem Tag erledigt und somit war es gut, dass für und der
Nachtzug nach Guilin ging.

2. Station Guilin  (桂林)
Guilin und seine Gegend lebt vom Tourismus. Guilin ist Ausgangsort für die Reisterrassen im Norden und die Karstlandschaft im Süden. Wir haben einen Tag Aufenthalt in Guilin gehabt und unteranderem einen schönen Ausblick vom „Hügel des Elefantenrüssels“ und aus dem „Park der sieben Sterne“ auf die Stadt und die umliegende Landschaft. Zudem gab es abends noch einen großen Nachtmarkt auf fast jeder Haupt-Straße in Guilin, alle Leute waren auf Achse und Unterwegs. Das Leben dort fing erst um neun Uhr abends an. ;)

3. Station Dazhai (大寨), Tiantouzhai (田头寨)
Die Einheimischen in dieser Gegend gehören meist den Zhuang oder Yao an, aber es gibt auch Dong und Miao. Viele Frauen in dieser Gegend tragen noch ethnische Kleidung, was sicher mittlerweile auch schon zum Tourismus gehört. Aber die Bewohner hier leisten wahre Wunder. Die Bewirtschaftung der Gegend, die Reisfelder in den Terrassen oder auch die Bewirtschaftung der immer mehr werdenden Hotels, jeder einzelne Gegenstand wird per Muskelkraft auf die bis zu 1000 m hohen Reisterrassen gebracht. Für uns konnte ein Teil der Höhe kann per Bus bewältigt werden und dann ging es bis zu unserem Hostel, dass mitten in den Reisfeldern lag ca. eine Stunde bergauf… Wir hatten unsere großen Rucksäcke dabei, als wir aus dem Bus stiegen standen schon die kleinen schmächtigen älteren Damen in Ihren Trachten vor der Bustür und wollten unser Gepäck den Berg hinauf tragen. Da wir aber unser Gepäck selbst tragen wollten, müssten wir nur noch die penetranten Damen loswerden. Nach mehrfachen „nein, wir wollen nicht“ , sind wir einfach losmarschiert, aber auch da haben uns die Damen noch ein ganzes Stück begleitet, bis sie wen anderes auf dem Weg gefunden haben. Letztlich gesehen haben wir die eine oder andere Trägerin auf dem Weg bergauf überholt und da es noch richtig angefangen hat zu Regnen, haben die Damen und alle anderen Chinesen Pause gemacht und sich untergestellt. Wir haben die Abkühlung genossen und sind weiter gelaufen. Begleitet haben uns noch eine Engländerin, ein Franzose und ein Israeli.
In den Terrassen haben wir fast drei Tage verbracht, haben verschiedene Aussichtspunkte erwandert und sind zu einem abgelegenen Dorf gelaufen. Es war einfach super, die Natur war atemberaubend, es war schön ruhig und man konnte wandern und hat nur eine Handvoll Leute auf dem Weg getroffen. Bis her der beste Ort in China, wo ich war.

4. Station Yangshuo (阳朔)
Yangshuo gut eineinhalb Stunden südlich von Guilin ist für seine Karstlandschaft bekannt. Und eine Touri-Hochburg. Im Reiseführer steht, dass es die Stadt mit den meisten Englisch Kenntnissen in China ist. Wir haben natürlich immer die Personen gefunden, die kein Englisch konnten, aber nichts desto trotz war die Fahrradtour, die wir durch die Landschaft unternommen haben super. Dort haben wir auch nur lokale Einheimische getroffen und sie waren sehr hilfsbereit uns den Weg zu den richtigen Ecken zu zeigen. Zurück in der Stadt, gab es dann die unfreundlichen Chinesen, die wahrscheinlich von all den Touristen (auch Chinesische) genervt waren.
Yangshuo war im Vergleich zu den Reisfeldern viel zu heiß und schwül. Man hat einen Fuß nach draußen gesetzt und man hat überall geschwitzt.

5. Station Wulingyuan NP (武陵源) bei Zhangjiajie (张家界)
Bis hier her hatten wir unseren Trip gut im Vorfeld planen können und z.B. Zugtickets im Voraus gekauft. Aber von Yangshuo oder Guilin gab es keine direkte Verbindung zum National Park. Somit haben wir zu nächst von Yangshuo einen lokalen Bus nach Guilin genommen, dann einen Zug nach Changsha, dort war ich schon einmal vorher gewesen und wusste, dass es dort ein Fernbusbahnhof gab. Von dort sollten Busse auch nach Zhangjiajie-Stadt fahren. Nur wir konnten diese Information nirgends im Internet kontrollieren, daher sind wir auf gut Glück nach Changsha gefahren und haben dort mit einer Stunde Wartezeit tatsächlich einen Bus nach Zhangjiajie-Stadt bekommen. Leider war die Stadt noch nicht unser Endziel, wir hatten ein Hostel direkt am National Park Eingang gebucht und das lag noch einmal ca. 40 km von der Stadt entfernt. Zu normalen Tageszeiten fahren dort auch regelmäßig Minibusse, aber wir sind erst um halb zehn abends in der Stadt angekommen (geplant war 20.00 Uhr). Im Bus zur Stadt haben wir drei nette Chinesen kennen gelernt und in der Stadt angekommen haben die zwei Mädels davon uns gefragt wo wir hin müssten. Sie mussten dort auch hin – zwar in ein anderes Hotel aber die gleich Ecke und sie meinten sie hätten einen Fahrer organisiert und wir könnten mitfahren. Es war super! Somit haben wir uns eine teure Taxifahrt sparen können. Um elf Uhr lagen wir dann platt von einem 15 Stunden Reisetag in unseren Betten.
Am nächsten Tag ging es früh wieder los, hinauf in die Berge um die beeindruckende Landschaft zu sehen, die wohl auch als Kulisse/Ideenlieferant für den Film „Avatar“ diente.
Die Landschaft war super, aber die Massen an chinesischen Reisegruppen waren fast unerträglich. Es war ein Gedränge um die besten Ausgucke und zudem sehr lange Warteschlangen an den beiden einzigen Möglichkeiten auf die Berge zu kommen – der Seilbahn und dem Fahrstuhl (über 100 Stockwerke).
Am zweiten Tag haben wir uns noch einen Fluss vorgenommen, der natürlich im Tal floss und somit kein langes Anstehen verlangte. Es waren wieder tolle Ausblicke auf die riesigen wie Steine aufgestellten Berge!
Danach ging es zur Stadt Zhangjiajie zurück um am nächsten Tag den Tianmenshan (天门山). Dort hinauf führt auch eine Seilbahn, alternativ wäre eine ca. 10 km lange Straße mit hunderten von Kurven. Wir haben früh morgens mit die erste Seilbahn auf den Berg genommen, da nachmittags unser nächster Zug abfuhr.
Und es hat sich gelohnt früh aufzustehen. Nachdem wir mit der 7 km langen Seilbahn den Nebel durchquert hatten, bot sich ein atemberaubender Blick. Und auch auf dem Gipfel, was eine Art Plateau war, war es super, da zu dieser Uhrzeit noch nicht soooo viele Chinesen dort waren. Auf halben Weg bergab (wieder Seilbahn) gab es noch ein „Loch im Berg“. Dort hinauf führten 999 Stufen. Wir haben alle erklommen. :D

6. Station Yichang (宜昌) – Drei-Schluchten-Staudamm des Yangtse Flusses (三峡水电的长江)
Gott sei Dank habe ich nicht viel von den Schluchten am Yangtse Fluss erwartet. Ich hatte vorher ein paar Reiseberichte gelesen und viele sagten es ist nett aber nicht beeindruckend. Wir haben uns dennoch für eine Bootstour entschieden, mit zwei Übernachtungen eine auf dem Boot eine im Hotel. Als wir abends am Boot ankamen, hieß es von der „Reiseführerin“, dass es zwei Nächte auf dem Boot wären und das wir um auf das Aussichtsdeck zu kommen noch etwas zahlen müssten, der „Hostel-Reisebuchungs-Service“ hatte es uns anders verkauft und uns zum Glück seine Handynummer gegeben. Somit habe ich dort gleich mal angerufen und mich beschwert. :D
Leider haben wir das Hotel dann doch nicht mehr bekommen, aber um aufs Aussichtsdeck zu gehen, mussten wir nichts extra bezahlen und zudem haben wir dann noch eine Ausflugsfahrt am zweiten Tag dazubekommen. Aber leider hat es an der Gesamtsituation nichts geändert. Das Boot war widerlich und unsere Kajüte erst recht! Man wollte das Bad/die Nasszelle nicht einmal betreten, geschweigeden benutzen. Ich habe schon viele dreckige Orte gesehen und auch dort z.B. geduscht, aber das hat alles getoppt – kurz gesagt, wir haben uns zwei Tage nicht geduscht oder gewaschen. Und die Toilettengänge gingen nur mit offener Badtür, da man sonst Gefahr lief zu ersticken oder irgendwas vom Bad anzufassen.
Drei „Highlights“ waren dann auf der Tour anzusehen, als erstes die „Drei-kleinen-Schluchten“, dann ein Godness Stream und der Staudamm am Ende der Tour. Leider war nichts so richtig spektakulär und beim Staudamm kann man nur von drei verschiedenen Aussichtsplattformen auf den Damm schauen. Aber z.B. nicht in den Damm oder in die Nähe davon. Im Großen und Ganzen waren wir richtig enttäuscht, aber auch glücklich, dass wir nicht eine längere Kreuzfahrt gemacht haben, was eigentlich der Plan gewesen war.

Heute bin ich alleine weiter nach Wuhan gereist. Nga ist nach Xi’an um Freunde zu besuchen. Wir werden uns in ein bisschen mehr als einer Woche wieder in Shanghai treffen. Bevor sie weiter fliegt.
Ich habe heute noch nichts angeschaut, dass steht morgen auf dem Plan. Heute wollte ich endlich mal den Blog schreiben und ggf. Bilder hochladen, aber gerade gibt es hier Probleme mit dem Internet und daher werden die Bilder wohl wieder ein bisschen auf sich warten lassen.

Aber mir geht es gut und das Reisen macht größtenteils Spaß.
Bis bald Kat

PS. Falls Fehler im Text sind, bitte ignorieren :D bin gerade zu müde um ihn noch einmal durch zu lesen :D :D

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