Samstag, 23. August 2014

Zweiter Teil meiner Reise durch China

Jetzt auch Bilder online!


In Wuhan waren wir zuletzt stehen geblieben …
Zu Wuhan gibt es nicht mehr viel zu erzählen, ich hatte mir dort ein zwei Sachen angeschaut, aber ansonsten mich eher erholt und den Rest der Reise geplant.

1. Huangshan (Gelber Berg)
Von Wuhan ging es zunächst mit dem High-Speed-Train nach Hefei, wo ich laut Internetauskunft einen Bus nach Huangshan bekommen kann. Und es hat auch problemlos geklappt. Ich bin aus dem Bahnhof in Hefei ausgestiegen ca. 400 m Schildern und anderen chinesischen Reisenden gefolgt zum Busbahnhof. Dort zum Ticketschalter, nur leider habe ich von der Dame am Schalter fast nichts verstanden, nur so viel, dass ich bei ihr kein Ticket bekomme. Dann war aber eine junge Chinesen so hilfsbereit mir in langsamen Chinesisch-Englisch-Mix zu erklären wo ich das Ticket bekomme.
Dort angekommen, gab es sofort ein Ticket und ich wurde quasi an der Hand zum Bus gebracht, da dieser gerade abfahren wollte. Nur war es nicht der normale Reisebus, es war zunächst ein Minibus, 12 Sitze oder so. Ich hatte die Ehre vorne sitzen zu dürfen. Eine gute halbe Stunde sind wir durch Hefei gekurvt bis zu einer Tankstelle, dort wurde getankt und auf den „normalen“ Bus gewartet. Beim Einsteigen war das Theater groß, eine Ausländerin oh… Und man wollte mich in die hinterste Ecke des Busses setzten. Nur dort waren die Sitze ein wenig zu klein und nicht mehr ganz somit habe ich ein bisschen protestiert – auf Chinesisch und mit Erfolg :D. Zu guter Letzt erhielt ich einen normalen Platz und bin ziemlich gut in Huangshan-Stadt angekommen.
Eigentlich hatte ich geplant einen Tag in der Stadt zu bleiben und dann am zweiten Tag den Berg zu erklimmen. Aber es stellte sich als schwierig heraus auf dem Gipfel des Berges noch eine Unterkunft zu bekommen, die halbwegs bezahlbar war.
Dafür habe ich dann in meinem Hostel eine Gruppe Chinesen kennen gelernt die am folgenden Tag den Berg bezwingen wollten und dort in Zelten schlafen wollten. Diese Zelte kann man auf dem Gipfel „mieten“. Somit habe ich dann meinen Plan geändert und bin am nächsten Morgen früh auf um mit drei Chinesen auf den Berg zu klettern und dann dort mit einer Chinesin auf dem Gipfel in einem Zelt zu schlafen und um am nächsten Morgen den Sonnenaufgang zu sehen. Der sich leider aber nicht so recht gelohnt hat.
Die Tour war trotz sieben Stunden Aufstieg, sechs Stunden Abstieg (inklusive Sehenswürdigkeiten auf dem Weg)  und zwei Mal klitsch nass und nicht beeindruckendem Sonnenaufgang, sehr lohnenswert. Es gab wirklich tolle Ausblicke und auch ein paar Ecken ohne viele Touristen!

2. Hangzhou
Hangzhou gilt als eine der reichsten Städte Chinas. Zumindest behaupten das die Chinesen, die ich dort getroffen habe. Und man hat auch gemerkt, dass die Preise für Speis und Trank ein wenig teurer waren.
Hangzhou ist bekannt für seinen Westsee, der direkt an die Innenstadt angrenzt. Es wird behauptet er sei so schön, dass er vieler Orts z.B. in Japan kopiert wurde. Es ist ein künstlich angelegter See, der dadurch entstanden ist, dass man früher die Sumpflandschaft am angrenzenden Fluss trockengelegt hat und somit einen See vom Fluss abgespalten hat.
Viele oder eigentlich alle chinesischen Touristen mieten sich ein Fahrrad und fahren einmal um den See. Da ich nicht so recht Lust auf den chinesischen Verkehr hatte, habe ich mir für die Fuß-Variante entschieden und bin einmal um den See gelaufen.  Das hat mit Abstechern zu Sehenswürdigkeiten und einer Regenpause gute sechs Stunden gedauert. Besonders toll fand ich die Lotusblumen-Felder. In manchen Teilen des Sees war der See nicht mehr zu sehen so viele Lotuspflanzen waren dort.

3. Shanghai
Wiedertreffen mit Nga, bevor sie ihre Familie in Vietnam besuchen geht. Und das haben wir zum Anlass genommen zusammen in Shanghai das Nachtleben zu genießen.
Aber von vorn. Shanghai hat mich als Stadt ein wenig enttäuscht, es ist zwar ein interessanter Mix aus Alt und Neu, aber mir fehlte irgendetwas an der Stadt. Sie hat mich nicht beeindruckt. Neben den Standard-Touri-Attraktionen, die wir auch gemacht haben, hatte Nga einen Insider-Tipp. Sie war schon einmal dort und die Idee im Ritz-Carlton-Hotel einen Cocktail in der Roof-Top-Bar zu trinken, war super. Es war schon eine beeindruckende Aussicht von dort oben. Draußen, 54 Stockwerke über Shanghai ohne Glasscheibe etc.
Anschließend  hatten wir noch einen schönen Abend und haben ein bisschen das Nachtleben in einem Club genossen. :D
Am nächsten Tag ging es für Nga weiter nach Vietnam und für mich nach Suzhou.
Byebye Nga, warst ´ne tolle Reisepartnerin J

4. Suzhou
„Chinas Venedig.“ Da kann ich nicht ganz mitreden, den ich war noch nie in Venedig, aber so wie ich mir Venedig vorstelle, hat Suzhou nicht viel mit Venedig zu tun. Ok, es fließt auch Wasser durch die Stadt, aber das vielleicht durch drei Kanäle….  
Dafür hat Suzhou ganz tolle Parks im Angebot. Alle sind heiß begehrt und wenn man nicht früh morgens dort ist, wird man mit den Touristenmassen nur so durch die engen Wege der Parks geschoben.

5. Taishan/ Tai‘an
Der Taishan ist eigentlich der bekannteste heilige Berg Chinas. Ich habe gelesen, er gehört zu den meist bestiegenen Bergen der Welt. Auf den Berg führt eine 9 km lange Treppe mit ca. 6293 Stufen +-. Da ich um sechs Uhr morgens losgelaufen bin, hatte ich auf dem ersten Stück fast nur Gesellschaft von lokalen Frühsportlern, die die Treppen wohl als Trainingsplatz nutzen. Aber spätestens auf halber Strecke zum Gipfel füllte sich der Weg so schnell, dass man nur noch Chinesen um sich herum hatte. Man kann das erste Stück mit einem Bus bis ca. zur Hälfte des Berges nehmen, das zweite Stück gibt es dann noch eine Seilbahn oder den Fußweg/Treppe.
Man hatte mir gesagt, man brauch mind. vier Stunden bis zum Gipfel, aber ich glaube das ist für die Chinesen gedacht. Nach dreieinhalb Stunden war ich oben. J Und habe mir ein ruhiges Plätzchen zunächst in einem Tempel gesucht und ein bisschen die Atmosphäre genossen. Auf dem Gipfel, der eigentlich eine Art Plateau ist, gab es verschiedenste Tempel oder andere Ausgucke. Ich habe mir für mein zweites Frühstück einen großen Fels in der Sonne mit keinen Chinesen (Chinesen meiden die Sonne)  gesucht, die Ruhe und der Ausblick waren herrlich. Den Sonnenbrand habe ich dafür in Kauf genommen.
Am nächsten Tag habe ich mir noch in Tai’an, die eigentliche Stadt am Fußes des Berges den dazugehörigen Tempel angeschaut. Und ich war erstaunt, der Berg ist so überlaufen, aber da, wo die ganze Geschichte von dem Berg beginnt, im Tempel am Fuße des Berges ist kein Mensch.

6. Tai’an – Luoyang
Oh man, zehn Stunden Zug mit nicht netten Chinesen und einem hyperaktiven Kind ohne Mutter und dessen Vater sich betrinkt, waren zu viel für meine Nerven.
Ich war die letzte Zeit schon ein wenig genervt von den Chinesen und ein paar chinesischen Eigenheiten, aber diese Zugfahrt von Tai’an nach Luoyang hat mir meine letzte Energie geraubt.
Und als ich am nächsten Tag noch mit einer dicken Erkältung aufgewacht bin (die Züge sind stark klimatisiert), stand für mich fest – ich brauche Erholung vom Reisen und werde zurück nach Xi’an fahren.
Luoyang und das in der Nähe liegen Shaolin Klostern sowie der Huashan waren sowieso meine letzten Ziele der Reise und bis auf den Huashan habe ich auch noch alles gesehen.

So habe ich mich für einen Tagesaufflug auf den Weg zum Shaolin Kloster gemacht (die Anreise war auch nicht „ärgerlos“, aber lassen wir das hiermit mal so stehen). Das Kloster an sich unterscheidet sich meiner Meinung nach nicht stark von anderen Tempeln/Klosteranlagen in Asien, allerdings der ganze riesige Bereich um das Kloster ist toll. Die Gegend ist bekannt für seine Kung-Fu-Künste und somit gibt es zahlreiche Kung-Fu-Schulen und man hat an jeder Ecke eifrige Kids trainieren sehen.
Auch gibt es noch einen Pagodenwald, dort stehen Stein-Steelen mit chinesischen Zeichen, die schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel haben. Und nicht zu Letzt den Song-Berg, ein weiterer heiliger Berg, der auch mit tollen Aussichten lockte. Dessen Felsformationen zum Teil wie ein Buch von der Seite aussah, toll. J
Zurück in Luoyang ging es am letzten Reisetag noch zu den Longmen-Grotten. Dabei handelt es sich um eine der vier größten buddhistischen Felstempelanlagen Chinas. Leider wurden viele Statuen zerstört und geplündert. Viele Buddhafiguren und –köpfe, die weltweit in Museen ausgestellt werden, stammen von hier.
Die größte Statue ist ca. 17 m hoch und der Kopf misst 4 m davon. Schon ein beeindruckendes Bauwerk, das von verschiedenen Kaisern immer wieder erweitert wurde.


Und zu guter Letzt bin ich jetzt wieder in Xi’an angekommen und werden, wenn meine Erkältung weg ist mir den Huashan als ein Tagesausflug vornehmen.
Die Reise hat mir trotz auf und abs gut gefallen und ich bin um viele Eindrücke reicher geworden.
Reisen in China ist eine tolle Sache, man erlebt viel, trifft sehr viele Leute, bekommt sehr viele verschiedene leckere oder nicht leckere Essen vorgesetzt und man sieht viele tolle Flecken auf dieser Welt.

Besten Gruß
Kat

PS. Wie bisher Fotos folgen…

2 Kommentare:

  1. Ich freue mich immer wieder, etwas schönes zu lesen.....

    LG Kerstin

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  2. Echt cool, was du so erlebst!

    LG Martina

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