Sonntag, 23. November 2014

Huashan und das Unileben



(Nachtrag) Huashan 华山

Dazu findet Ihr jetzt endlich Bilder.
In der letzten Ferienwoche, nachdem ich wieder gesund war, habe ich mir den Huashan angeschaut. Der Huashan ist gut drei Stunden Busfahrt von Xi’an entfernt und alle Chinesen sagen, man muss nachts auf dem Berg klettern um dann morgens den Sonnenaufgang zu sehen. Also haben wir das auch gemacht.
Der Berg gilt zudem als einer der gefährlichsten. Viele Menschen seine auf dem Berg schon gestorben. Aber das liegt, meiner Meinung nach, wohl schon ein paar Jahre zurück oder gilt nur für die Personen, die die vorhandenen Sicherheitselemente nicht nutzen.
Der Aufstieg in der Nacht war zwar anstrengend, die Wege bestehen auch hier nur aus Treppenstufen, aber es war wenig gefährlich. Alles war einigermaßen gut beleuchtet, so dass wir die zuvor gekauften Taschenlampen gar nicht benötigten.
Wir waren ca. drei Uhr morgens oben am „Sonnenaufgangsgipfel“ angekommen und waren dort definitiv nicht alleine! Es gab keinen Platz mehr, überall hatten sich Chinesen zum Schlafen ausgebreitet, ein paar hatten sogar Zelte mitgebracht. Mit großer Mühe haben wir dann noch eine kleine Ecke gefunden, in der wir ein bisschen pausieren konnten. An Schlaf war nicht so recht zu denken, da es zu laut und viel zu kalt war. Trotz Thermoklamotten habe ich gefroren. Und leider war der Sonnenaufgang dann an sich auch nicht so spannend, für mich war es eher  interessant die Chinesen zu beobachten. Es ist schon ein verrücktes Volk, sie haben sich benommen, als ob sie noch nie eine Sonne aufgehen gesehen haben. Wobei das tatsächlich möglich sein könnte. Bei dem Smog der zumeist in den Städten herrscht.
Der Huashan besteht aus mehreren Gipfeln, diese haben wir uns noch nach dem Sonnenaufgang angeschaut. Auch den gefährlichen Plankenweg (mit Sicherungshaken/-seilen) haben wir ausprobiert. Und dort kann ich es nicht verstehen, wie sich die Chinesen aus der Sicherungsleine ausharken…



Uni, Vorlesungen => Alltag
In der Zeit der Vorlesungen ist hier eine Art Alltag entstanden und es gab wirklich nichts zu berichten, wir hatten fast täglich den ganzen Tag Vorlesung und zudem noch relativ viel zu lernen.
Das chinesische Vorlesungssystem unterscheidet sich aber zum Deutschen und somit haben wir jetzt schon drei Vorlesungen beendet und bereits diese drei Prüfungen geschrieben.
Jetzt sieht unser Stundenplan sehr entspannt aus und wir haben fast jeden Tag nur noch eine Vorlesung.
Letzte Woche ist einiges gewesen. Zunächst hatten wir am Montag und am Dienstag jeweils eine Klausur zu schreiben. Für uns Deutschen sind die Klausuren auf drei Stunden angesetzt und es ist auch nötig. Die Chinesen schreiben die gleiche Klausur in zwei Stunden ohne Hilfsmittel. Wir durften z.T. unsere Bücher oder Skripte mitverwenden und ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich ohne die Hilfsmittel deutlich weniger in der Klausur stehen hätte. Zudem benötigt man sehr lange zum Schreiben, manche Chinesische Zeichen sind immer noch eine Art kleines Gemälde.

Am Donnerstag ging es dann mit einem Nachtzug nach Shanghai. In Shanghai wurde zum einen das 15. Jährige Jubiläum unserer Studiengänge gefeiert und zum anderen ging es auf eine Druckfachmesse und zu zwei deutschen Firmen.
Die Jubiläumsfeier fand am Freitag statt. Wir durften gerade noch unsere Koffer im Hotel abstellen und fünf Minuten duschen bevor es ohne Frühstück und ohne Schlaf (die Zugfahrt war recht schlaflos für mich) direkt zum Veranstaltungsort ging, da ja noch viele Dinge aufzubauen waren.
Dieses „viele Dinge aufbauen“ waren zwei Stehplakate, die in fünf Minuten standen. Aber die Lehrerin, die das Ganze organisiert hat, kann einfach nicht richtig organisieren und somit war die eigentliche Arbeit (zwei Stunden vor Veranstaltungsbeginn) im Vorfeld bereits vorhandene Reden oder Präsentationen zu übersetzten. Warum man das nicht schon zwei Tage vorher gemacht hat, bleibt ein Rätsel.
Auch die Veranstaltung an sich war ein Reinfall. Aber nun gut, zum Schluss gab es noch einigermaßen leckeres Essen und um ca. 00:30 Uhr konnten wir endlich Schlaf nachholen.
Samstag und Sonntag ging es dann auf die Druckmessen. Ähnlich der deutschen DRUPA nur viel kleiner. Trotzdem interessant.
Sonntagnachmittag sind wir zum deutschen Druckmaschinenhersteller Heidelberg gefahren. Der ein Werk in Shanghai hat und im Zuge der Druckmesse eine Art „Tag der offenen Tür“ gemacht hat. Eigentlich waren die Führungen dort nur auf Chinesisch, aber ein deutscher Mitarbeiter hat sich bereiterklärt für uns eine Sonderführung auf Deutsch zu machen, war recht interessant.
Am Montag hatten wir Zeit für uns und konnten uns noch in Shanghai umsehen oder auch ein shoppen gehen. J
Dienstagmorgen ging es zu einer weiteren Firma, allerdings war der Besuch sehr enttäuschend.  
Den Nachmittag hatten wir wieder frei, bevor es abends mit dem Nachtzug zurück nach Xi’an ging. Im Nachtzug hatten wir Deutschen zum Glück ein Abteil für uns und meine Kommilitonen haben mir eine Überraschung bereitet. Sie haben das Abteil ein bisschen geschmückt und zu meinem Geburtstag deutsche Körnerbrötchen, Laugenbretzeln und deutsches Bier gekauft. So konnten wir noch ein bisschen im Zug feiern.

Jetzt sind noch ein paar Wochen Uni zu absolvieren, drei weitere Klausuren stehen an. Aber bald schon ist die Unizeit in China vorbei. Jetzt rennt die Zeit wieder und man merkt, was man alles noch machen möchte.
Wir werden zwar schon von Weihnachten mit der Uni fertig sein, aber ich werde im Januar noch nach Harbin fahren. Dort findet jedes Jahr ein großes Eisfestival statt. Das möchte ich mir noch gerne ansehen, danach geht es dann zurück nach Deutschland.

Beste Grüße und ein Dank an alle, die mir Geburtstagsgrüße haben zukommen lassen.
Kat

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